
Es spielen Mitglieder der Frankfurter Bläser-Serenade:
Lenka Geiger und Sieglinde Holzapfel Oboen
Jochen Tschabrun und Ulrich Büsing Klarinetten
Antje Ott und Peter Steidle Hörner
Dieter Reichert und Ulrike Fröhling
Edith Salmen Schlagzeug
und Timm J. Trappe Kontrabaß
Christoph Werkhausen Osmin
Wolfgang Amadeus Mozart
1756 -1791
Die Entführung aus dem Serail
Ein Deutsches Singspiel
KV 384
Libretto von Friedrich Bretzner (1748-1807) und Johann Gottlieb Stephanie d.J. (1741-1800)
Beginn: Wien. den 30.Juli 1781
Vollendet: Wien, Ende Mai 1782
Uraufführung: Wien, den 16.Juli 1782
Bläserbearbeitung
von
Peter Steidle
mit Zwischentexten von
Paul Bartholomaï.
Nun habe ich keine geringe arbeit. - bis Sonntag acht tag muß meine Opera auf die harmonie gesezt seyn - sonst kommt mir einer bevor - und hat anstatt meiner den Profit davon [ ] sie glauben nicht wie schwer es ist so was auf die harmonie zu setzen - daß es den blaßinstrumenten eigen ist, und doch dabey nichts von der Wirkung verloren geht Dieses Zitat aus einem Brief Mozarts vom 20. Juli 1782 an seinen Vater drückt eigentlich schon alles aus, was zu dem Thema Transkriptionen für Bläser anzumerken wäre, nämlich welche ungeheure Bedeutung die Harmoniemusiken damals hatten, welcher Beliebtheit diese sich in jener Zeit erfreuten und eben, das sich selbst ein Mozart nicht zu schade gewesen wäre, seine eigene Komposition auf die harmonie zu setzen.
Peter Steidle 1998
Konstanze, deren englische Kammerzofe Blondchen und Pedrillo sind von
Seeräubern entführt und als Sklaven an das Landhaus, dem Serail, des
Sultans Bassa Selim verkauft worden. Pedrillo hatte dabei das Glück,
Aufseher über die Gärten des Bassa werden zu können. Er nutzt
die Gelegenheit der relativen Freiheit um seinem eigentlichen Herren, dem
spanischen Edelmann Belmonte, heimlich das Geschehene zu berichten.
Die Oper beginnt in dem Augenblick, da Belmonte zur Rettung herbeigeeilt ist.
Die Dinge liegen doppelt kompliziert, denn Bassa Selim hat seine Liebe zur
schönen Konstanze entdeckt, und dem Obereunuchen Osmin, einem Ungeheuer
von humoristischer Tücke, wurde das Blondchen zugesprochen. Die Situation
erscheint um so aussichtsloser, als Osmin den Belmonte mit bösem
Mißtrauen empfängt. Trotzdem, Belmonte sieht seinen treuen Diener
wieder und erfährt nun alle Einzelheiten über Konstanzes Treue und
Beharrlichkeit und Pedrillos Rettungsplan. Belmonte soll bei dem
abendländische Architektur liebenden Bassa als berühmter Baumeister
eingeführt werden - alles übrige würde sich schon finden.
Im zweiten Akt lernen wir Blondchen, jene freiheitsstolze Engländerin, die
ja eigentlich mit Pedrillo verlobt ist, in ihrer anmutigen Schalkhaftigkeit
kennen, wie sie mit List und Tücke sich des Osmin zu erwehren weiß.
Im Gegensatz dazu erleben wir die komischen Wutausbrüche Osmins, z.B. die
tolle Szene, in der ihn Pedrillo unter Alkohol setzt, um die
Entführung aus dem Serail zu ermöglichen.. Die Handlung
kommt so richtig in Fluß, als der Fluchtplan der vier sich liebenden
Fremden durch Osmins Wachsamkeit mißlingt. Ihnen allen droht der Tod, um
so mehr, als Bassa Selim in Belmonte den Sohn seines ärgsten Widersachers
erkennt.
Doch dann siegt die orientalische Großmut, und das Stück führt
mit Jubel zum glücklichen Ende.
| Ouvertüre | |
| No. 1 | Hier soll ich dich denn sehen |
| No. 3 | Solche hergelaufene Laffen |
| No. 4 | wie ängstlich |
| No.5 | Janitscharen-Marsch |
| No. 6 | Doch wie schnell schwand meine Freude |
| No. 8 | Durch Zärtlichkeit und schmeicheln |
| No. 9 | Ich gehe, doch rate ich Dir |
| No. 11 | Martern aller Arten |
| No. 12 | Welche Wonne, welche Lust |
| No. 13 | Frisch zum Kampfe |
| No. 14 | Vivat Bacchus! Bacchus lebe |
| No. 15 | Wenn der Freude Tränen fließen |
| No. 16 | Ach Belmonte! |
| No. 17 | Ich baue ganz auf deine Stärke |
| No. 19 | O, wie will ich triumphieren |
| No. 20 | Welch ein Geschick! o Qual der Seele |
| No. 21 | Vaudeville - Nie werd ich deine Huld verkennen. |
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